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Die Werkserie Ins Land gegangene Zeit besteht aus Kompositionen übereinander gearbeiteter Bildträger mit Abbildungen von Sedimentationen. Die eigenartigen Musterungen, entstanden über Jahre hinweg am Bodenseeufer, geschaffen von Witterungseinflüssen und Ingredienzien vorüberziehenden Wassers, erinnern an Landschaften, erzählen - an Land gegangen - von vergangenen Verhältnissen. Diese erscheinen  jedoch nie vollständig, da immer auch Erosion wirksam war. Gegenwärtig Vorhandenes gibt nur fragmentarisch Aufschluss über das, was einmal war, und Verschwundenes lässt sich nur noch erahnen.

 

Dieser Vorgang weckt Assoziationen zum menschlichen Vorgang des Erinnerns und Vergessens. Die gezeigten Arbeiten evozieren eine bildhafte Auseinandersetzung auf verschiedenen Deutungsebenen, was zunächst in der in Schichten angelegten Ausführung der Werke zum Ausdruck kommt. Die gigantischen Arsenale fotografierter Erinnerungssammlungen, die auf Speichermedien lagern, finden ebenso ihren Ausdruck  wie herkömmliche Fotografien und führen zur Frage, wie Erinnerung entsteht, welche Instanz im Menschen letztlich entscheidet, was erhalten bleibt, und was in Vergessenheit gerät.

 

 

 

Ins Land gegangene Zeit

 

 

„Kraft bekommen diese Arbeiten auch durch die Komposition. An Stunden erinnernd … entfalten diese ihre  poetische und ästhetische Ausstrahlung dadurch, dass der Künstler die Zeit, die dokumentierte Floss-Zeit neu zusammensetzt...

…Das komplexe Thema des Erinnern und Vergessen wird fasslich, wird klar und doch atmet alles eine Offenheit und den Freiraum des Selbst-Weiterdenken-Könnens, den gute Kunst letztlich ausmacht.“

 

Aus der Besprechung von Martin Preisser, Kulturjournalist, St. Gallen.

 

 

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